Für unseren Französisch Leistungskurs hat sich in der Q2 die Möglichkeit ergeben, passend zum Halbjahresthema „Frankophonie und Kolonialismus“ mit einem Priester aus Burkina Faso zu sprechen und ihn mit unseren Fragen zu löchern. Doch wie kam es eigentlich dazu?
Alles begann damit, dass Herr Pompetti Monsieur Bernard Sama in seinen Geschichtsgrundkurs eingeladen hat, damit dieser den Schülerinnen und Schülern das komplexe Thema des Neokolonialismus näherbringt. Monsieur Sama ist unter anderem Priester und Deutschlehrer in Burkina Faso und machte in diesem Jahr ein Sabbatical in Ludwigshafen. Nachdem diese Begegnung im Geschi GK so gut ankam, durften die Musik GKs ebenfalls Monsieur Sama in ihrem Unterricht begrüßen und obwohl der Neokolonialismus eher wenig mit Musik zu tun hat, waren alle begeistert von Monsieur Samas offener und herzlicher Art, über seine persönlichen Erfahrungen zu sprechen.
Kurz darauf kam in unserem Franz LK die Idee auf, ihn auch zu uns einzuladen. Einige von uns hatten den ersten beiden Begegnungen bereits beigewohnt, doch wir alle waren sehr interessiert an den Themen, sodass wir nochmal detaillierter auf diese eingehen wollten. Und mit wem könnten wir besser über die Folgen des Kolonialismus in Afrika reden als mit einem Priester aus Burkina Faso? Madame Rodrigues war sofort mit an Bord und so ergriffen wir diese einmalige Gelegenheit. In den Wochen vor dem Treffen machte unser LK sich also intensiv Gedanken darüber, wie wir die zwei Stunden mit Herrn Sama am besten gestalten könnten und welche Fragen wir ihm stellen wollten.


Am 6. Mai 2026 saß unser Franz LK also dann mit Madame Rodrigues, Herrn Pompetti und natürlich Monsieur Sama für zwei Schulstunden zusammen und erhielt Einblick in seine Sichtweise und Erfahrungen mit Neokolonialismus. Die Begegnung war, anders als die Vorträge in den GKs eher als offene Gesprächsrunde angedacht und genauso lief es auch ab. Wir hatten eine Menge Fragen vorbereitet, die wir Monsieur Sama stellten und er beantwortete sie offen und ehrlich und auch mit einer Prise Humor. Zuerst interessierte uns sein Alltagsleben in Burkina Faso und seine Tätigkeit als Priester und Deutschlehrer, woraufhin er uns ausführlich seinen Tagesablauf erläuterte und außerdem auf Klischees einging, die er mit den Deutschen verbindet. Weiterhin erzählte er uns von Unterschieden zwischen dem Leben in Burkina Faso und Deutschland, den Auswirkungen des Kolonialismus in seiner Heimat und auch davon, wie abhängig unter anderem Burkina Faso eigentlich immer noch von Frankreich ist. Und das, obwohl sie offiziell eigentlich längst unabhängig sind. Außerdem brachte er uns die politische Situation dort näher und wie Staaten wie Burkina Faso, Mali und Niger versuchen, die Einflüsse Frankreichs zu bekämpfen.
Obwohl der Großteil der Unterhaltung auf Französisch stattfand und es manchmal etwas schwierig war, alles genau zu verstehen, fanden wir diese Begegnung alle sehr bereichernd und waren sehr dankbar, dass Monsieur Sama so ehrlich und ausführlich auf unsere Fragen eingegangen ist.
Im Gottesdienst zum Schuljahresende wurde auch, wie sicher viele von euch mitbekommen haben, eine Kollekte für Herrn Samas Schule in Burkina Faso gesammelt.
Wenn sich euch also als Leistungskurs oder auch als Grundkurs die Möglichkeit ergibt, eine authentische Begegnung mit einer Person wie Monsieur Bernard Sama zu organisieren, zögert nicht, es wird euren Horizont auf jeden Fall erweitern und ihr werdet sehr viele interessante neue Dinge lernen!
